JUN 24, 2026
3D Flug durch Berlin
Sean O'Neill
3D-Überflug durch Berlin — Grüße von Illuminate 2026
Die dritte Station der Infrastrukturreihe 2026 von Bentley Systems findet vom 28. bis 30. April im Hotel Adlon Kempinski statt. Dort diskutieren die Teilnehmenden über digitale Zwillinge, KI und die Zukunft vernetzter Infrastruktur – in einer Stadt, die innerhalb der Lebenszeit der heutigen Generation neu aufgebaut und wieder vernetzt wurde.
Illuminate 2026 Berlin, vom 28. bis 30. April im Hotel Adlon Kempinski, ist nach Sydney und Mumbai die dritte Station in der Infrastrukturkonferenzreihe 2026 von Bentley Systems. Hunderte Ingenieure, Regierungsvertreter, Auftragnehmer und Technologieführer werden in Berlin zusammenkommen – die Teams, die Straßen, Stromnetze, Wassersysteme und andere kritische Infrastrukturen planen, bauen und betreiben. Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung stehen reale Projektfallstudien und Präsentationen zu Themen wie vernetzte Daten, offene Standards, Interoperabilität, KI-Innovationen im Sektor und vieles mehr. Es ist noch Zeit sich anzumelden.
Der Zeitpunkt könnte kaum kritischer sein. In der gesamten EMEA-Region erleben wir derzeit eine beispiellose Welle von Infrastrukturinvestitionen, wobei Deutschlands eigener 500-Milliarden-Euro-Fonds als starker Impulsgeber für Deutschland und seine Nachbarländer wirkt. (Im Dezember veranstaltete Bentley hier seinen Tech Summit.)
Berlin ist nicht nur Kulisse – die Stadt selbst ist ein Beispiel dafür, wie Wiederaufbau und Wiedervernetzung gelingen können. Entdecken Sie die interaktive 3D-Visualisierung, die wir für Sie in Cesium – jetzt Teil von Bentley Systems – erstellt haben.
Entdecken Sie die 3D-Visualisierung
Siemensstadt Square
Siemensstadt Square ist der Ort, an dem Berlins elektropolisische Vergangenheit an seine Zukunft mit digitalen Zwillingen anschließt. Dort baut das deutsche Technologieunternehmen Siemens mit Unterstützung von Bentley ein Stadtquartier praktisch zweimal: zuerst in einem gemeinsamen 3D-Modell, dann mit Ziegeln, Stahl und Straßen. Auf mehr als 70 Hektar ehemaligem Fabrikgelände werden historische Industrieanlagen und denkmalgeschützte Wohnbauten der Moderne, die zum UNESCO-Welterbe gehören, zu Laboren, Büros und Wohnungen für rund 35.000 Menschen umgestaltet, darunter Sozialwohnungen mit dem Ziel eines CO₂-neutralen Betriebs. Ein digitaler Zwilling im Maßstab eines Stadtquartiers ermöglicht es Teams, Straßen, Versorgungsnetze und Gebäude vor dem Bau zu simulieren und später im Betrieb Energie, Wasser und Instandhaltung zu überwachen. Im Rahmen des Projekts wird Siemensstadt Square in ein Reallabor für klimaresiliente, datengestützte städtische Infrastruktur verwandelt.
Der Reichstag
Der Reichstag ist Berlins beispielhafte Retrofit-Erfolgsgeschichte: die Hülle eines Parlamentsgebäudes aus dem 19. Jahrhundert, die zu einem transparenten, kohlenstoffarmen Zentrum im Herzen des Regierungsviertels des Bundes umgestaltet wurde. Innerhalb der historischen Steinmauern trägt eine leichte Konstruktion aus Stahl und Beton die ikonische Glaskuppel, die von Stararchitekt Norman Foster entworfen wurde. Dort winden sich zwei Rampen spiralförmig um einen verspiegelten Kegel, der Tageslicht in den Plenarsaal lenkt und dazu beiträgt, warme Luft abzuführen. Unter dem Komplex befindet sich ein mit Biokraftstoff betriebenes Heizkraftwerk, das mit einem unterirdischen Aquifer-Wärmespeicher zusammenarbeitet und Teil eines gemeinsamen Energiesystems ist, das auch benachbarte Regierungsgebäude versorgt. Beim Rundgang durch die Kuppel genießen Besucherinnen und Besucher einen Panoramablick auf die Berliner Skyline und bewegen sich dabei über einem hochentwickelten Infrastrukturbauwerk.

Luftaufnahme des Reichstagsgebäudes in Berlin, Deutschland.
Potsdamer Platz
Der Potsdamer Platz ist ein Ort, an dem Berlin eine Nachkriegsbrache – geprägt durch die Teilung der Stadt durch die Berliner Mauer und den Stillstand des Kalten Krieges – in ein dichtes, technisch geplantes neues Stadtzentrum verwandelt hat. Nach der Wiedervereinigung wurde dieses Niemandsland zur größten Baustelle Europas, auf der im Rahmen eines integrierten Masterplans 19 Gebäude, 10 Straßen und zwei Plätze entstanden. Unter den Platzflächen befindet sich ein mehrschichtiges unterirdisches System für Parken, Wassermanagement und Gebäudetechnik, während ober- und unterirdische Bahnlinien im darunterliegenden Bahnhof zusammentreffen. Auf Straßenebene stehen die Backsteinbüros und Wohngebäude des Architekten Renzo Piano neben Helmut Jahns Center Potsdamer Platz, dessen filigranes Glasdach über dem Platz ein moderiertes Mikroklima schafft. Zusammen bilden sie das Herz eines hochverdichteten Stadtquartiers, das auf Energieeffizienz, Licht und optimale Infrastruktur ausgelegt ist. Eine Nachbildung der ersten europäischen Ampel erinnert an Berlins lange Tradition als Experimentierfeld für neue Ideen in der urbanen Mobilität.
Berliner Hauptbahnhof
Berlin Hauptbahnhof ist der Ort, an dem die Eisenbahn der Stadt in die Vertikale wächst: Fern-, Regional- und lokale S-Bahn-Linien sind auf mehreren Ebenen übereinandergestapelt. Die Linien sind direkt mit dem U-Bahn-Netz der Stadt verbunden – in einem fünfgeschossigen Glascanyon entlang der Spree und des Regierungsviertels. Der 2006 eröffnete Bahnhof ordnete das Berliner Schienennetz nach der Wiedervereinigung zu einem Nord-Süd- und Ost-West-Kreuz neu, das wichtige europäische Strecken über einen einzigen dynamischen Knotenpunkt verbindet. Über den Gleisen bildet ein Geflecht aus Stahl und Tausenden maßgefertigter Glasscheiben mit integrierten Solarmodulen eine gewölbte Hülle, die Bahnsteige und Hallen mit Tageslicht durchflutet. Straßenbahnen, Busse, Fahrräder und Geschäfte gruppieren sich rund um den Bahnhof und machen dieses „Glasgürteltier“ zu einem städtischen Motor rund um die Uhr, an dem technische Inszenierung und tägliches Pendeln aufeinandertreffen.
Siegessäule
Die Berliner Siegessäule wurde ursprünglich in den 1870er-Jahren als Kriegsdenkmal vor dem Reichstag errichtet. Ab 1938 wurde es demontiert und 1,5 Kilometer weiter westlich zum Großen Stern versetzt, wo es erhöht und auf einen neuen Sockel gesetzt wurde. Die 67 Meter hohe Säule wurde daher bereits zweimal statisch geplant, einschließlich der heutigen Fundamente, die ihre 8 Meter hohe, 35 Tonnen schwere Statue „Goldelse“ auch bei den Berliner Winden stabil halten. Heute bildet sie das monumentale Zentrum des mehrarmigen Kreisverkehrs Großer Stern inmitten des Tiergartens, Berlins berühmtem innerstädtischen Park, und dient als markante Orientierungshilfe. Fußgängertunnel führen Besucherinnen und Besucher sicher unter dem schnellen Verkehr hindurch zum Sockel des Denkmals. Dort gelangen sie über eine enge Wendeltreppe zu einer Aussichtsplattform in etwa 50 Metern Höhe, die einen 360-Grad-Blick auf Berlins Ost-West-Achse, das grüne Blätterdach und das Regierungsviertel bietet.

ALuftaufnahme der Berliner Siegessäule (Victory Column).
Schloss Bellevue
Schloss Bellevue liegt zwischen dem Tiergarten, der Spree und dem Berliner Regierungsviertel. Dieses Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert fungiert heute als subtil strategischer Knoten in der politischen und grünen Infrastruktur der Stadt. Das Schloss wurde in den 1780er-Jahren als erste bedeutende neoklassizistische Residenz Berlins errichtet, überstand mit seiner robusten Mauerwerkshülle die Kriegsschäden und wurde zum Amtssitz des Bundespräsidenten umgestaltet. Der umliegende 20 Hektar große Park dient als Sicherheitsabstand, als flussnaher Mikroklimaraum und als Veranstaltungsfläche, auf der regelmäßig große bürgerschaftliche und umweltbezogene Zusammenkünfte stattfinden.
Museumsinsel
Auf einem schmalen Inselstreifen in der Spree gelegen, ist die Museumsinsel zugleich die kulturelle Akropolis Berlins und ein lebendiges Labor für Ingenieurwesen. Fünf Museen von Weltrang stehen auf anspruchsvollem Baugrund, in dem die tragfähigen, lastabtragenden Schichten in Tiefen von etwa 3 bis 40 Metern liegen. Das bedeutet, dass jede Restaurierung, jeder Tunnel und jedes Kellergeschoss mit höchster Präzision geplant und ausgeführt werden muss. Unter den neoklassizistischen Kolonnaden führt der unterirdische U-Bahnhof Museumsinsel Fahrgäste unter einer gewölbten Decke in Form eines „Sternenhimmels“ in die Station, und Ingenieurteams haben damit begonnen, eine unterirdische „archäologische Promenade“ zu schaffen, die auf Kellerebene vier Museen miteinander verbindet. Die Verbindung wird vollständig eröffnet, wenn die langwierigen Renovierungsarbeiten auf der Museumsinsel abgeschlossen sind.
Flughafen Berlin Brandenburg BER
Dies ist die Geschichte des Comebacks der deutschen Infrastruktur: ein fast vollendeter „Geisterflughafen“, der jahrelang ungenutzt blieb – inmitten von Herausforderungen bei Entwurf, Koordination und Regulierung –, bevor er 2020 schließlich als wichtigstes Luftverkehrsdrehkreuz der Region eröffnet wurde. Unter dem Terminal aus Glas und Stahl führen ein 3,1 Kilometer langer Eisenbahntunnel und ein mehrgeschossiger Bahnhof Fern-, Regional- und S-Bahn-Verbindungen direkt in den Terminalkomplex und machen die Ankunft zu einem unkomplizierten Umstieg per Zug nach Berlin und darüber hinaus. Der Flughafen hat sich zu einem Testfeld für solarüberdachte Parkflächen, LED-Nachrüstungen sowie Vorfeld- und Turnaround-Managementsysteme entwickelt, die mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) die Effizienz steigern, Emissionen senken und die Leistung nahezu in Echtzeit optimieren sollen.
Berliner Fernsehturm, Alexanderplatz
Mit einer Höhe von 368 Metern über dem öffentlichen Platz Alexanderplatz ist der Berliner Fernsehturm höher als der Eiffelturm. Er ist sowohl das höchste Bauwerk der Stadt als auch ihre markanteste Kommunikationsinfrastruktur und sendet noch immer Radio- und Fernsehprogramme in der gesamten Hauptstadt. Erbaut von der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zwischen 1965 und 1969, wurden der sich verjüngende Betonschaft, der hyperbolische Sockel und die Edelstahlsphäre mithilfe von Kletterschalung ausgeführt. Die vergleichsweise flache, aber robuste Ringgründung verankert das Drehrestaurant, die Aussichtsplattform und die Sendeanlage hoch über dem Boden. An sonnigen Tagen reflektieren die Geometrie und die Verkleidung der Kugel das Sonnenlicht als helles Kreuz, das in der ganzen Stadt zu sehen ist. Da die erklärtermaßen säkulare DDR religiöse Praktiken und Institutionen unterdrückte, gaben West-Berliner diesem unbeirrbaren christlichen Symbol auf einem sozialistischen Vorzeigeobjekt scherzhaft den Namen „Die Rache des Papstes“.
Checkpoint Charlie
Checkpoint Charlie wirkt wie eine kleine Hütte mitten auf der Friedrichstraße, doch drei Jahrzehnte lang war diese Kreuzung einer der am strengsten kontrollierten Engpässe der Welt. Es war der dritte alliierte Grenzübergang in Berlin, und „Charlie“ steht für C, den dritten Buchstaben des NATO-Funkalphabets. Von 1961 bis 1990 verwandelten mehrspurige Kontrollhallen, Sperranlagen, Wachtürme und Beleuchtungssysteme eine gewöhnliche Kreuzung in eine präzise organisierte Grenzabfertigungsanlage für Autos, Busse, ausländische Besucher und alliierte Diplomaten, während Fluchtversuche jede Schwachstelle auf die Probe stellten. Heute fügen sich das nachgebildete Wachhäuschen, der Kopfsteinpflasterstreifen zur Markierung des Verlaufs der Berliner Mauer und die Freiluftausstellungen wieder in ein normales gemischt genutztes Straßenbild ein – eingebettet in den alltäglichen Berliner Verkehr, Geschäfte und Reisegruppen.
Die Gedenkstätte Berliner Mauer
Entlang der Bernauer Straße, die einst Ost- und West-Berlin trennte, macht die Gedenkstätte Berliner Mauer aus dem früheren „Todesstreifen“ eines der aufschlussreichsten Beispiele linearer Infrastruktur in Berlin. Da die Gedenkstätte über 1,4 Kilometer lang ist, können Sie den letzten verbliebenen Abschnitt der Ost-West-Grenze in seinem vollständigen Querschnitt untersuchen – mit äußerer und innerer Mauer, Kolonnenweg, Wachturm und Todesstreifen – fast wie eine dreidimensionale technische Zeichnung, die vor Ort erhalten geblieben ist. Landschaftsarchitekt:innen nutzten Cortenstahl-Bänder, um verlorene Fassaden und Fluchttunnel nachzuzeichnen, während die Kapelle der Versöhnung aus Stampflehm Fragmente der abgerissenen Kirche in ihre Wände einbettet. Dieser 4,4 Hektar große Korridor wurde zwischen 2008 und 2014 neu gestaltet und dient heute zugleich als Fußweg – als Grünfläche an einem Ort, an dem früher eine harte Barriere stand.

Luftaufnahme der Gedenkstätte Berliner Mauer mit erhaltenen Mauerabschnitten, umliegenden Gebäuden, Grünflächen und Informationstafeln in einer städtischen Parkanlage.
Das Brandenburger Tor
Das Brandenburger Tor ist Berlins am stärksten beanspruchtes Stück historischer Infrastruktur. Dieses 230 Jahre alte Tor markiert den zentralen Ost-West-Achsenverlauf Berlins. Die 26 Meter hohe Sandsteinkolonnade mit ihren 12 dorischen Säulen, die fünf Durchgänge bilden, diente einst als Teil der alten Stadtmauer der Abfertigung von Fuhrwerken und der Zollkontrolle. Seitdem wurden seine Steinsubstanz mit Lasern gereinigt und seine in die Jahre gekommene Struktur stabilisiert, damit es den ständigen Menschenmengen und den Belastungen großer öffentlicher Veranstaltungen in seinem Umfeld standhalten kann. Heute wird der Kraftfahrzeugverkehr auf die umliegenden Straßen beschränkt, während der darunterliegende Pariser Platz weitgehend verkehrsberuhigt ist. Das Tor selbst dient als Leit- und Orientierungselement für Fußgänger. Es dient außerdem als Kulisse für groß angelegte Lichtshows und das Ausschalten der Beleuchtung während der Earth Hour, um das Bewusstsein für den Klimawandel und den Umweltschutz zu stärken. Für Ingenieurinnen und Ingenieure ist es weniger ein statisches Monument als vielmehr ein langfristiges Modernisierungsprojekt in der Gestalt eines klassischen Tempels.
Das Holocaust-Mahnmal
Nur einen kurzen Fußweg vom Brandenburger Tor entfernt befindet sich das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Deutschlands zentrales Mahnmal zur Erinnerung an die 6 Millionen Jüdinnen und Juden, die im Holocaust ums Leben kamen. Das Mahnmal ist ein düsteres Feld aus 2.710 unmarkierten Betonstelen, die durch schmale Durchgänge voneinander getrennt sind. Diese erheben sich allmählich aus dem Berliner Straßenraster und lassen Besucherinnen und Besucher in einem wellenförmigen, desorientierenden Labyrinth versinken. „Heute kann ein Mensch nicht mehr sicher sein, eines individuellen Todes zu sterben, und Architektur kann nicht mehr wie früher an das Leben erinnern“, schreibt Peter Eisenman, der das Denkmal entworfen hat. „Die Markierungen, die früher Symbole für den Tod eines einzelnen Menschen waren, müssen nun verändert werden, und das hat erhebliche Auswirkungen auf das Verständnis von Erinnerung und das Denkmal.“ Eisenman sagt: „In unserem Denkmal gibt es kein Ziel, kein Ende, keinen Weg hinein oder hinaus. „ Die Zeit der Erfahrung des Individuums gewährt kein weiteres Verständnis, denn Verstehen ist nicht möglich.“
Cecilienhof
Cecilienhof ist der Tudor-Style-Außenseiter in der Schlosslandschaft in und um Berlin. Im benachbarten Potsdam gelegen, ist Cecilienhof ein im Stil eines englischen Landhauses errichtetes, für königliche Ansprüche vergrößertes Gebäude, das 1917 in den Wirren des Ersten Weltkriegs fertiggestellt wurde und dann drei Jahrzehnte später, am Ende des Zweiten Weltkriegs, ins Zentrum der Diplomatie rückte. Hinter den Fachwerkfassaden befinden sich 176 Zimmer, die sich um fünf ineinandergreifende Innenhöfe gruppieren – ein modularer Grundriss, der 1945 die Potsdamer Konferenz aufnahm, bei der Stalin, Truman und Churchill (später Attlee) zusammenkamen, um über den Umgang mit dem besiegten Deutschland zu entscheiden und die Nachkriegsordnung Europas zu gestalten. Grenzzäune und die Infrastruktur der Berliner Mauer durchschnitten später bis zur Wiedervereinigung den umliegenden Neuen Garten. Derzeit machen umfassende Sanierungsmaßnahmen und neue Besucherinfrastruktur Cecilienhof zu einer diplomatischen Zeitkapsel.
Schloss Sanssouci
Sanssouci ist nicht nur Friedrichs des Großen Rokoko-Tagtraum – es ist ein Hangpalast, der durch einige der anspruchsvollsten landschaftsbaulichen Ingenieurleistungen Europas an seinem Platz gehalten wird. Die sechs nach Süden ausgerichteten Weinbergterrassen wirken wie eine Klimamaschine: Backstein-Stützmauern und 132 Stufen stabilisieren den Hang, und 168 verglaste Nischen in diesen Mauern dienen als kleine Gewächshäuser für Feigen und Reben. Unten sehen Sie ein Pumpenhaus aus dem 19. Jahrhundert, das berühmt dafür ist, als türkische Moschee getarnt worden zu sein – mit einem schornsteinartigen Minarett –, und in dem einst eine Dampfmaschine eingesetzt wurde, um den Wasserstrahl der Great Fountain 40 Meter hoch in die Luft zu schießen. Heute steht die erweiterte UNESCO-Kulturlandschaft aus Schlössern und Parks mit einer Fläche von 500 Hektar vor Herausforderungen durch Dürre und klimabedingt geschädigte Bäume, während neue ökologische Werkstätten und Baumschulen zu ihrem Erhalt beitragen und den Standort zu einem lebendigen Labor für ein widerstandsfähiges Management des kulturellen Erbes machen.

Luftbild in 3D von Schloss Sanssouci und den umliegenden Gärten in Potsdam, Deutschland, mit sichtbaren Parkanlagen, Wegen und angrenzenden Gebäuden. Informationsfeld links angezeigt.
Olympiastadion
Das Berliner Olympiastadion ist ein 1936 im Auftrag des NS-Regimes errichtetes Prestigeprojekt, das mit präzisen ingenieurtechnischen Eingriffen zu einem Veranstaltungsort des 21. Jahrhunderts mit 74.000 Sitzplätzen umgebaut wurde, ohne seine monumentale steinerne Hülle aufzugeben. In einer flachen Senke im Westend gelegen, wurde es zwischen 2000 und 2004 bis auf die Grundstruktur zurückgebaut und neu errichtet. Dabei senkten Ingenieurinnen und Ingenieure das Spielfeld ab, passten die Neigung des Unterrangs an und führten neue technische Versorgungssysteme durch die historische Bausubstanz des Stadions. Darüber spannt sich eine leichte Stahl-Membran-Konstruktion, die Witterung, Licht und Akustik steuert und innen von einem Ring schlanker Stützen getragen wird, sodass die Sichtlinien frei bleiben. Angebunden an die Berliner Verkehrsnetze dient das Stadion, das vor Ort als Olympiastadion bekannt ist, heute als intensiv genutzter öffentlicher Veranstaltungsort für Fußball-Weltmeisterschaften, Fußball-Europameisterschaften, Konzerte und andere Veranstaltungen – in einer zukunftsorientierten Stadt mit einem sehr anderen Verständnis von öffentlichem Leben.
Konzentrationslager und Museum Sachsenhausen-Oranienburg
Wie andere Disziplinen kann auch das Ingenieurwesen missbraucht werden. Sachsenhausen–Oranienburg wurde 1936 als „Modell“-Konzentrationslager der nationalsozialistischen SS angelegt. Mit seinem gleichschenkligen Dreiecksgrundriss und dem zentralen Turm A war es so konzipiert, dass die Wachmannschaften das nahezu gesamte Häftlingslager von einer einzigen Achse aus überblicken konnten. Branchen, in denen Zwangsarbeit eingesetzt wurde, waren beteiligt – von SS-Werkstätten innerhalb des Lagers bis hin zum nahe gelegenen Klinkerwerk und ausgelagerten Rüstungsproduktionslinien. Sie banden die Baracken des Lagers, den Industriebereich und den Appellplatz in die Logistik zur Versorgung monumentaler nationalsozialistischer Bauprojekte in Berlin ein. Nach 1945 gestaltete die Deutsche Demokratische Republik das erhalten gebliebene Häftlingsdreieck zu einer nationalen antifaschistischen Gedenkstätte um, darunter ein 40 Meter hoher Obelisk mit roten Dreiecken als Symbol für politische Gefangene, der 1961 eingeweiht wurde. Heute befinden sich erhaltene Baracken, rekonstruierte Ausstellungsstücke und vom Feuer gezeichnete Überreste neben dem ehemaligen SS-Barackenbereich, der heute als Ausbildungscampus der Polizei genutzt wird.
FAQ:
Was macht das Reichstagsgebäude zu einem bemerkenswerten Beispiel für die Neugestaltung bestehender Infrastruktur?
Der Reichstag ist ein herausragendes Beispiel für eine „Sanierung“, bei der eine Gebäudehülle aus dem 19. Jahrhundert in ein transparentes, kohlenstoffarmes Zentrum mit einer berühmten, von Norman Foster entworfenen Glaskuppel umgewandelt wurde. Dabei kommt ein hochentwickeltes Energiesystem zum Einsatz, darunter eine mit Biokraftstoff betriebene Anlage und ein unterirdischer Aquifer-Wärmespeicher, um das Parlament und benachbarte Regierungsgebäude mit Energie zu versorgen.
Wie nutzt Siemensstadt Square die Technologie des digitalen Zwillings für die Stadtentwicklung?
Siemensstadt Square wird sozusagen „zweimal“ gebaut – zunächst als gemeinsames 3D-Modell und anschließend in physischer Form –, um ein 70 Hektar großes ehemaliges Fabrikgelände in ein klimaresilientes Stadtquartier zu verwandeln. Mit diesem digitalen Zwilling im Maßstab eines Stadtquartiers können Teams Straßen und Versorgungsnetze vor dem Bau simulieren sowie den Energie- und Wasserverbrauch im Betrieb überwachen.
Welche Geschichte steckt hinter dem Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz?
Mit einer Höhe von 368 Metern ist der Berliner Fernsehturm das höchste Bauwerk der Stadt. Er wurde zwischen 1965 und 1969 von der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) errichtet. Der konisch zulaufende Betonschaft und die Kugel aus Edelstahl wurden mithilfe von Kletterschalung konstruktiv ausgelegt und auf einem tragfähigen Ringfundament verankert. Amüsanterweise nannten Westberliner den säkularen sozialistischen Turm augenzwinkernd „Die Rache des Papstes“, weil sich das Sonnenlicht an der Kugel in Form eines Kreuzes spiegelt.
