• Network Rail

    Bewältigung der sich während des Lockdowns wegen COVID-19 ergebenden Herausforderungen

    Wales und Western Region, Vereinigtes Königreich

Projekt-Zusammenfassung

    • ADVANCING VIRTUALIZATION THROUGH DIGITAL TWINS - Network Rail

Bewältigung neuer Arbeitsanforderungen in einer Pandemie

Als Eigentümer und Infrastrukturbetreiber des größten Teils des britischen Schienennetzes ist Network Rail für die Sicherstellung eines zuverlässigen und effizienten Personenverkehrs auf über 32.000 Kilometern Gleisen, 30.000 Brücken, Tunneln und Viadukten sowie Tausenden von Signalen, Kreuzungen und Bahnhöfen verantwortlich. Wenngleich die britische Regierung die Mitarbeiter während der COVID-19-Pandemie als Arbeitnehmer in systemrelevanten Funktionen einstufte, musste auch die Zone „Wales and Western Region“ (NR WW) von Network Rail die Lockdown-Auflagen erfüllen und alle Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten. Das Unternehmen stellte von einer bürobasierten Umgebung, in der persönliche Besprechungen die Norm waren, auf die Lockdown-Standards mit Telearbeit um. Infolgedessen kamen zahlreichen Herausforderungen in Bezug auf die Koordination und Zusammenarbeit auf, was sie dazu veranlasste, kreative Wege zu finden, um virtuell zu arbeiten und gleichzeitig einen sicheren und zuverlässigen Betrieb des Netzwerks zu gewährleisten. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, waren innovatives Denken, agile digitale Transformation und Teamarbeit gefragt.

Visualisierung, Planungsintegration und Virtualisierung

Während des Lockdowns arbeitete Network Rail an mehreren Projekten, die u. a. die Modernisierung der Signaletik und der Signalanlagen in den Bahnhöfen Paddington und Exeter erforderten. Die Herausforderungen dieser Projekte umfassten begrenzte Verfügbarkeit von Informationen, Probleme bei der Vermessung und Datenerfassung sowie eine komplizierte Anlagendokumentation, die durch die Auflagen der Pandemie noch verschärft wurden und mit herkömmlichen Arbeitsmethoden nicht zu bewältigen waren. Es wurde ein integrierter technologischer Ansatz in einer offenen, vernetzten Datenumgebung angestrebt, um eine webbasierte Visualisierung, Planungsintegration und Virtualisierung zur Realisierung der Projektziele im Rahmen von COVID-19 zu ermöglichen. Als das Unternehmen jedoch verschiedene Plattformen zur gemeinsamen Datennutzung testete, um einen digitalen Ansatz zu implementieren, bot keine der Alternativen ausreichend Kontrolle und Integrität der Quelldaten, um die Anforderungen zu erfüllen.

Mit BIM und der Technologie des digitalen Zwillings zum Erfolg

NR WW war bereits mit Bentley-Anwendungen vertraut und richtete mit ProjectWise digitale Arbeitsabläufe in einer cloudbasierten Umgebung ein, die es den Teams und Auftragnehmern ermöglichte, aus der Ferne zusammenzuarbeiten, interdisziplinäre und Live-Planungsprüfungen durchzuführen und mögliche Probleme zu lösen. Mit MicroStation und Descartes wurde ein umfassendes 3D-Modell des Bahnhofs Exeter erstellt. Mit OpenRail Designer wurden die Sichtungen der Signalanlagen im visuell und technisch genauen Modell durchgeführt. Da sie nicht in der Lage waren, die mehr als 100 vorhandenen Schilder am Londoner Bahnhof Paddington zu vermessen und zu überprüfen, führten sie Punktwolken-Scans durch und erstellten mit Descartes aus den Aufnahmen einen digitalen Zwilling, der eine realistische Darstellung der Beschilderung und der verschiedenen Signalisierungsmöglichkeiten bot.

Vorteile durch fortschrittliche virtuelle Arbeitsabläufe

Mit den integrierten BIM-Anwendungen von Bentley erstellte NR WW das Modell des Bahnhofs von Exeter in nur drei Tagen. Dies ermöglichte virtuelle Standortbesichtigungen und die Einbindung von Projektbeteiligten, wodurch fundierte Entscheidungen erleichtert wurden, ohne dass die Menschen ihr Haus verlassen mussten. Der Einsatz digitaler Arbeitsabläufe in Descartes verkürzte die Zeit für die Bearbeitung der Punktwolkendaten um 50 %, sodass der digitale Zwilling von Paddington einen Monat früher als geplant fertiggestellt werden konnte. Die Arbeit in einer virtuellen Umgebung verringerte auch die Sicherheitsprobleme beim Zugriff auf ein aktives Schienennetz und vereinfachte die Remote-Zusammenarbeit während der Pandemie. Durch die Erstellung des digitalen Zwillings wurde sichergestellt, dass das Modellierungsteam in Zukunft schneller und effizienter arbeiten kann, und es wurde eine solide Grundlage für die Verwendung digitaler Zwillinge in der gesamten Region geschaffen.

Projekt-Playbook: Descartes, LumenRT, MicroStation, OpenRail Designer, ProjectWise

Ergebnis/Fakten
  • Network Rail benötigte einen innovativen Ansatz für die Zusammenarbeit bei ihren Projekten in einer digitalen Bauumgebung während der Einschränkungen im Lockdown zur Pandemie-Eindämmung.
  • MicroStation ermöglichte es dem Unternehmen, innerhalb von drei Tagen ein genaues 3D-Modell des Bahnhofs von Exeter zu erstellen.
  • Der Einsatz von ProjectWise zur Erleichterung von Live-Planungsprüfungen sorgte für eine sichtbare und transparente Kommunikation zwischen dem Remote-Team und optimierte die Problemlösung.
  • Die Erstellung eines digitalen Zwillings der Paddington Station mit Descartes sparte 50 % der Entwurfszeit.
Zitat:
  • „Die schnelle Erstellung des Modells [unter Verwendung von Bentley-Anwendungen] hat bewiesen, dass es auch während einer globalen Pandemie und eines Lockdowns möglich ist, Dienstleistungen zu erbringen, die über die Erwartungen unserer Kunden und Stakeholder hinausgehen.“

    John Nolan Programm-Manager, BIM Network Rail Wales and Region West