19 Oktober, 2020

Network Rail Wales and Western Region überwindet Herausforderungen während des COVID-19-Lockdowns und feiert in der neuen Normalität des Eisenbahn- und Transitverkehrs größere Erfolge

 

  • Network Rail besitzt, betreibt und baut die britische Eisenbahninfrastruktur aus 
  • Die Region Wales and Western ist eine von fünf Regionen, die Strecken quer durch das Vereinigte Königreich anbietet und somit Menschen und Gemeinden einander näher bringt 
  • Digitale Zwillinge halfen Network Rail Wales and Western Region (NR WWR) während des Lockdowns bei der Bereitstellung von Dienstleistungen, die die Erwartungen ihrer Kunden und Interessengruppen übertrafen 
  • Digitale Arbeitsabläufe helfen Network Rail dabei, hochwertige Ergebnisse schneller als geplant zu liefern, die zukünftige Arbeit zu sichern und weitere Investitionen attraktiv zu machen 

Projektübersicht 

Network Rail Wales and Western Region (NR WW) ist verantwortlich für das Eisenbahnnetz, das die Gemeinden und Unternehmen in Wales, im Themse Tal, in Westengland und auf der Südwesthalbinsel des Vereinigten Königreichs versorgt. 

Mit über 122,5 Millionen Passagieren pro Jahr bedient die Region Europas passagierstärksten Flughafen, London Heathrow, und transportiert Pendler direkt zu wichtigen Drehscheiben wie London, Cardiff, Bristol und Exeter sowie nach Birmingham, Manchester und Liverpool. 

Mit der Verantwortung für 4.300 km Gleis, 5.841 Brücken, 1.750 Bahnübergänge und 4.500 Signalanlagen muss der Fahrgast für die mehr als 5.000 Mitarbeiter von NR WW an erster Stelle stehen. Dafür wurde eine Software benötigt, die die Geschäftsprozesse unterstützt, mit denen NR WW jeden Tag einen sicheren, zuverlässigen und leistungsstarken Bahnservice gewährleisten kann.  

Herausforderung 

NR WW wünschte sich einen innovativen Weg zur Erreichung dieser Ziele, was wichtiger denn je wurde, als die COVID-19-Pandemie traditionelle Arbeitspraktiken auf den Kopf stellte. Obwohl die britische Regierung Bahnmitarbeiter als systemrelevant einstufte, erforderten die Mobilitätseinschränkungen für das Personal infolge des nationalen Lockdowns in der ersten Hälfte des Jahres 2020 einen anderen Ansatz. NR WW brauchte innovatives Denken, agile digitale Transformation und starke Teamarbeit, um die alltäglichen Herausforderungen zu meistern, denen sie sich in der gegenwärtigen neuen Normalität gegenüber sahen. 

Zwei Projekte, bei denen Bewegungseinschränkungen die traditionelle Arbeitsweise des Teams beeinträchtigten, betrafen die Bahnhöfe Exeter und Paddington in London. In Exeter musste das Team von NR WW den Bahnhof für die Sichtung der Signalanlagen in 3D modellieren, da man nicht in der Lage war, sich persönlich mit dem Entwicklungsteam zu treffen, mit dem Standort nicht vertraut war und nur über begrenzte Informationen verfügte, um ein brauchbares Ergebnis zu erzielen. Am Bahnhof Paddington standen Erneuerungen der Wegweiser an, um die Sichtbarkeit der Beschilderung und Lenkung der Pendler zu verbessern. Dies erforderte die Katalogisierung von über 100 Elementen der bestehenden Beschilderung und ein genaues Layout des Bahnhofs, um neue Beschilderungen zu entwickeln und zu entwerfen.

Durchbruch 

Bei Exeter hat das Team für die gemeinsame Erstellung eines Bahnhofsmodells zunächst alle verfügbaren Informationen, einschließlich LiDAR- und Punktwolkendaten, in MicroStation zusammengetragen und referenziert. Der digitale Workflow wurde mit der Erstellung eines digitalen Geländemodells unter Verwendung der Funktion für skalierbares Gelände in Descartes fortgesetzt. Dabei wurden durch Abgleich der Ergebnisse mit Punktwolkendaten weitere Details hinzugefügt, um eine genaue Darstellung des Standortes zu erhalten. Im Laufe von drei Tagen wurde ein umfassendes Modell des Bahnhofs – einschließlich Gleisen, Schotter und Schwellen sowie mit OpenRail Designer generierte Signale – erstellt.

In Paddington führte NR WW umfangreiche Punktwolken-Scans des Bahnhofslayouts und aller Anlagen durch. Aufgrund der schieren Größe und Dichte der erfassten Punktwolkendaten wurde Descartes verwendet, um Punktwolken mit unterschiedlichen Dichten zu schneiden, zu bearbeiten und zu analysieren, während die Stärke der Schnitte es ermöglichte, das Modell auf schnelle und effiziente Weise mit der richtigen Genauigkeit zu generieren. Ohne einen digitalen Workflow und Descartes hätte die Modellerstellung erheblich mehr Zeit in Anspruch genommen und das Vertrauen in die Genauigkeit des Modells gelitten. 

„Network Rail hat sich zum Ziel gesetzt, bei der Entwicklung digitaler Zwillinge an der Spitze zu stehen“, sagte John Nolan, Programmmanager BIM bei Network Rail. „Die Technologie von Bentley hat es Network Rail ermöglicht, den realen Zustand eines Projekts zu erfassen und in einer virtuellen Welt widerzuspiegeln. Auf diese Weise sind digitale Zwillinge der Bahnhöfe Exeter und Paddington entstanden, die nicht nur die Anforderungen der Projekte erfüllen, für die sie ursprünglich konzipiert wurden, sondern auch eine wertvolle digitale Aufzeichnung von Anlagen liefern, die für viele andere Projekte in der Zukunft genutzt werden können. Dadurch werden weitere Besuche vor Ort sowie unvermeidliche Verzögerungen und unnötige Kosten reduziert.

Ergebnis 

Im Fall des Bahnhofs Exeter war das Modell, das NR WW innerhalb von drei Tagen erstellte, sowohl visuell als auch technisch genau und wäre ohne die Vielfalt und Flexibilität, die die Technologie von Bentley bietet, nicht möglich gewesen. Die Ergebnisse waren nicht nur von ausreichender Qualität, um den Standort aus der Ferne zu begutachten, sondern ermöglichten es dem Team auch, digitale Vor-Ort-Besuche für Planungsprüfungen durchzuführen, was eine weitere Einbeziehung der Beteiligten und fundiertere Entscheidungen ermöglicht, ohne dass jemand die Sicherheit seines eigenen Heims verlassen muss. 

Mit der Erstellung eines digitalen Zwillings der Station Paddington stellte NR WW im Ergebnis sicher, dass die zukünftigen Ressourcenstunden, die für die Durchführung von Aufgaben wie Vermessungen, Besichtigungen vor Ort und Planungsarbeiten benötigt wurden, reduziert werden konnten. Im Gegenzug sparten sie erhebliche Kosten ein und reduzierten das Risiko. Konkret bedeutete die Verwendung digitaler Workflows in Descartes, dass die für die Bearbeitung von Punktwolkendaten benötigte Zeit um etwa die Hälfte reduziert werden konnte, was dazu führte, dass das Modell etwa einen Monat früher als geplant geliefert wurde und die zukünftige Arbeit und weitere Investitionen in das Modellierungsteam sicherstellte. 

Die schnelle und effiziente Erstellung dieser digitalen Zwillinge zur Sichtung von Signalanlagen und Orientierung bewies, dass es ihnen selbst während einer globalen Pandemie und des folgenden Lockdowns möglich war, Dienstleistungen anzubieten, die die Erwartungen der Kunden und Interessenvertreter von Network Rail übertreffen. 

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© 2020 Bentley Systems, Incorporated. Bentley, das Bentley-Logo, Descartes, MicroStation und OpenRail Designer sind entweder eingetragene oder nicht eingetragene Marken oder Dienstleistungsmarken von Bentley Systems, Incorporated oder einer seiner direkten oder indirekten hundertprozentigen Tochtergesellschaften. Alle anderen Marken und Produktnamen sind Warenzeichen ihrer jeweiligen Eigentümer.

    • Aerial view of Exeter station
    • Perspective view of Exeter station
    • Paddington station digital twin 1
    • Paddington station digital twin 2
    • Aerial view of Exeter station
    • Perspective view of Exeter station
    • Paddington station digital twin 1
    • Paddington station digital twin 2